Die schematische Darstellung der Ceratiten-Morphologie ist das Produkt der Erkenntnisse aus den Analysen unzähliger pathologischer Individuen. Beim Vergleich der Merkmale fossiler Ceratiten (Ammoniten) mit dem rezenten Nautilus wird deutlich, dass beide Formen keine morphologisch/physiologischen Gemeinsamkeiten besitzen.

Das Ceratiten-Gehäuse ist eine von der kugeligen Anfangskammer (Protoconch = 0,5 mm) ausgehende planspiral aufgerollte in sich geschlossene Röhre.
Die im Phragmokon vom apikalen Mantelepithel in die Röhre eingebauten Kammerscheidewände haben eine wellblechartig verformte und dadurch vergrößerte Oberfläche. Der vom Weichkörper bis zur Anfangskammer reichende Sipho verläuft randständig.
Die Manteloberfläche haftet in der gesamten Wohnkammer rundum an der Gehäuseinnenwand. Er verhindert damit das Zurückziehen des Kopffußes in das Gehäuse.
Mit Ausnahme der immigrierten flexuosen Morphen (200°) beträgt die Wohnkammerlänge bei Ceratites ca. 180°.

Das planspirale Nautilus-Gehäuse beginnt mit einer flachen uhrglasförmigen Kalotte. An diese Anfangskammer (Protoconch = ca. 2,1 x 0,5mm) schließt sich eine hornartig gekrümmte geschlossene Röhre.
Am Ende der Anfangswindung entsteht beim Überwachsen der Anfangskalotte im Nabelbereich ein Hohlraum, die Nabellücke. Gleichzeitig verändert sich der Bauplan grundsätzlich. Die bis dahin geschlossene Röhre bleibt dorsal geöffnet und die Schale wird lateral/umbilikal an die vorige Windung gekittet (Nahtbildung). Der dorsale Weichkörper liegt nunmehr direkt auf der Ventralseite der vorigen Windung.
Die vom apikalen Mantelepithel eingebauten Kammerscheidewände haben eine einfache konkav gewölbte Form. Sie werden dorsal direkt auf die Ventralseite der vorherigen Windung gekittet. Der Sipho verläuft zentral vom Weichköper bis in die Anfangskammer.
Der Mantel haftet an der Gehäuseinnenwand der Wohnkammer lediglich apikal an den Muskelansatzstellen und einem schmalen Streifen der Gehäusemündung. Dazwischen "hängt" der mittlere Weichkörper wie der Balg einer Ziehharmonika und ermöglicht damit das Zurückziehen des Kopffußes in das schützende Gehäuse.
Wegen biomechanisch/hydrostatischer Gesetzmäßigkeiten ist die Wohnkammerlänge bei Nautilus auf ca. 130°-150° limitiert.