Die Triaszeit währte rund 50 Millionen Jahre; sie begann vor etwa 250 und endete vor 200 Millionen Jahren. Die Gesteine der drei Zeitabschnitte Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper beschränken sich im Wesentlichen auf Mitteleuropa. Der Bereich der germanischen Trias, dominiert als begrenztes Ablagerungsgebiet die Oberflächengestalt Thüringens.

Im Bereich des heutigen Mitteleuropas erstreckte sich zur Zeit der Trias in der nordwestlichen Umrandung der Tethys ein Tieflandsgebiet als Senkungsraum. Tektonisch verursacht entstand im Muschelkalk in diesem "Germanischen Becken" ein etwa 500.000 km2 großes Flachmeer. Die Wassertiefe lag etwa zwischen 15 und 100 m. Im Osten war es anfangs über die "Karpatische Pforte" mit dem asiatischen Teil der Tethys und später über die "Oberschlesische Pforte" mit dem alpinen Teil der Tethys verbunden. Auf diese Weise kam es im Unteren Muschelkalk zu einem stetig wechselnden Faunenaustausch mit den asiatischen und alpinen Faunenprovinzen. In 3 Millionen Jahren lagerten sich am Meeresboden zwischen 50-170 m mächtige blaugraue Mergelkalke ab.
Nach dem Schließen der östlichen Durchlässe wurde im maximal 100 m mächtigen Mittleren Muschelkalk die Verbindung zur Tethys 1,5 Millionen Jahre unterbrochen und der Frischwasseraustausch mit dem Weltmeer eingeschränkt. Das Meereswasser wurde immer salziger und das Milieu immer lebensfeindlicher.
Als sich, wiederum tektonisch verursacht, im SW die "Burgundische Pforte" öffnete, entstanden im Übergangsbereich zum Oberen Muschelkalk häufig kleine Riffe aus Stromatolithenpolstern (Cyanobakterien ?) gemeinsam mit sekundär gebildeten Hornsteinlagen. Gleichzeitig erfolgte eine Invasion neuer mariner Organismen aus der austroalpinen Faunenprovinz in den neu entstandenen Lebensraum. In 3,5 Millionen Jahren lagerte sich so in Thüringen eine ca. 70 m mächtige Wechselfolge von Kalksteinbänken und Tonsteinen mit Kalkkonkretionen ab. Im flachen Wasser fanden anfangs einige Organismen, wie der Brachiopode Tetractinella trigonella, die Seelilie Chelocrinus schlotheimi oder der Dekapode Lissocardia silesiaca, nur kurzzeitig optimale Lebensbedingungen. Die Seelilie Encrinus liliiformis hielt sich länger bis an die Spiriferina-Bank. Nur wenigen Tierarten wie dem Brachiopoden Coenothyris vulgaris und dem Cephalopoden Germanonautilus gelang die optimale physiologische Anpassung an die sich ständig ändernden spezifischen ökologischen Verhältnisse
Die phylogenetische Entwicklung der Ammoniten-Biospezies Ceratites nodosus steht dabei für das beispielhafte Exempel eines Speziationsprozesses unter den Bedingungen reproduktiver Isolation. Anders als im Unteren Muschelkalk entstand somit im Oberen Muschelkalk eine eigenständige Faunenprovinz.
Alle späteren Immigrationsversuche scheiterten am fehlenden Vermögen der Organismen, die ständigen Schwankungen der Umweltfaktoren in bestimmten Grenzen zu ertragen.
Zum einen ist der kurzzeitige Nachweis der Brachiopoden Tetractinella trigonella und Punctospirella fragilis in ökostratigraphischen Leitbänken für die zeitliche Korrelation von größter Bedeutung (Chronostratigraphie). Zum anderen ermöglicht die ständige Anpassung der Ceratiten mit ihren morphologischen Veränderungen die genaue zeitliche Gliederung des Oberen Muschelkalkes in Biozonen-Abschnitte (Biostratigraphie) und damit eine exakte biostratigraphische Korrelation.